ÜBER UNS
Fernsehen, Film, Mobiltelefonie, Internet und andere Formen der Kommunikation erfahren derzeit massive Veränderungen in Angebot und Nutzung. Die Digitalisierung hat neue Plattformen geschaffen, die zunehmend gleichberechtigt nebeneinander stehen. Besonders das Fernsehen verändert sich endgültig zu einem Multi-Plattform-Medium mit den traditionellen Verbreitungsformen Satellit, Kabel, Antenne, aber auch den neuen Techniken Breitband, Internet oder Mobil Services. Parallel dazu entstehen neben den klassischen Programmen neue Angebotsformen, die immer mehr genutzt werden wie: Interaktivität, Bezahlfernsehen oder das so genannte Triple-Play. Mit diesen Veränderungen gehen Fragen der Bezahlung und Bezahlbarkeit einher. So äußerte sich kürzlich bei der Eröffnung des Europäischen Fernseh- und Filmforums in Vilnius die EU-Kommissarin Viviane Reding: "Zuschauer müssen realisieren, dass die neuen Technologien mit all ihren Vorteilen auch Geld kosten".
Was aber will überhaupt der Nutzer? Wo entstehen in der Angebotsmischung interessante Inhalte, die sowohl für das Publikum attraktiv sind als auch für künftige Geschäftsmodelle refinanzierbar? Und: Welche Auswirkungen hat die digitale Entwicklung auf Gesellschaft, Kultur, Politik und den Bürger? Wie verhält sich die jüngere Generation gegenüber den traditionellen Medien im Zeitalter des Internet? Schließlich: Wie sieht die Digitalisierung Deutschlands im internationalen Vergleich aus? Diesen und weiteren Fragen widmet sich das neu gegründete Deutsche Digital Institut in Berlin, das im März seine Arbeit aufnimmt. Direktor des Institutes wird Professor Dr. Jo Groebel. Er leitete bisher das Europäische Medieninstitut (EMI) in Dortmund, das nach Auslaufen der finanziellen Förderung durch das Land NRW eine neue, derzeit verhandelte Basis erhält. Groebel wird dem EMI weiterhin beratend zur Verfügung stehen.
In der Vergangenheit hatte Groebel einen Medienlehrstuhl an der Universität Utrecht inne und war danach unter anderem Gastprofessor an den Universitäten UCLA (Los Angeles) und Amsterdam, letzterer ist er nach wie vor verbunden. Darüber hinaus hat er sich unter anderem in Forschungskooperationen mit den Universitäten Harvard, Cambridge und Columbia mit vielen Aspekten der unterschiedlichen Medien befasst. Mit seinen mehr als 25 deutschen und englischsprachigen Buchpublikationen sowie Hunderten von Fach- und Breitenartikeln gilt er als einer der führenden internationalen Experten für Nutzerverhalten und Medienwirkungen. Zuletzt erschien unter anderem in Zusammenarbeit mit der Columbia University der von ihm mit herausgegebene Band Television over the Internet.
Zusammen mit der Gründung des Deutschen Digital Instituts stellt Groebel auch das soeben in den USA publizierte Buch Mobile Media vor, das er zusammen mit dem Columbia-Professor Eli Noam und der New Yorker McKinsey Beraterin Valerie Feldmann veröffentlicht hat. Der Band befasst sich mit den künftigen Inhaltsangeboten, Nutzungsformen und Geschäftsmodellen für mobile Kommunikation, besonders auch im Zusammenwirken mit Satellitenplattformen.
In Fragen des Managements und der Finanzierung berät Bernd Schiphorst, Vorstand der WMP EuroCom AG und ehemaliger Medienbeauftragter der Länder Berlin-Brandenburg, das Institut.
Das Institut hat die drei Schwerpunkte:
- Analysen, Forschungsprojekte, Publikationen
- Workshops, Kongresse, Netzwerke
- Beratung, öffentliche Debatte, Expertise für Presse und Medien, Kooperation mit internationalen Partnern
Ein prominent besetzter Beirat unterstützt das Institut und sichert die Unabhängigkeit der Arbeit. Zu seinen Mitgliedern gehören u. a. Film- und Fernsehschaffende wie Volker Schlöndorff, Jan Mojto und Wolf Bauer, Politiker wie Elmar Brok sowie Wissenschaftler wie Jeffrey Cole und Eli Noam.






